Bernward Büker Bande 1979 – 1981


NDW-Rock mit deutschen Texten

erste Besetzung (anfangs noch als Bernward Bieder Bande):

 

Bernward Büker (v)

Volkmar Kramarz (git+v)

Michael Lauer (keyb) (später bei Metalband VIVA)

Dieter Schön (später bei WOM) (b)

Rainer Blank (dr)

Später Veröffentlichungen bei EMI und diverse Sampler-Einsätze. Heute ist Bernward Büker als Solist aktiv mit Sitz in Berlin. Mehr Infos hier

 

Ansonsten hatte die Band – und vermutlich vor allem ich –  damals inmitten des Neue-Deutsche-Welle-Hypes die etwas skurille Idee, auf die allgemeine Terroristen-Jagd (RAF usw.) “aufzuspringen” und als Marketing-Gag zu (miss)brauchen. Wir lösten eine gigantische Polizeiaktion vor irgendwelchen Gefängnistoren bei einem Fototermin aus und hatten natürlich uns die Plakate entsprechend ganz im Stil der damaligen Fahndungsfotos ausgedacht.

Dieter und Rainer waren eigentlich schon älter als ich, aber irgendwie wollten wir (ich war gerade 24, Bernward jugendliche 17 Jahre) alles möglichst schräg verdrehen...

Mit Bernward zusammen produzierte ich 1979 in einem Londoner Studio auf eigene Kosten 8 Songs, von denen wir 1980 zwei Songs noch mal neu – irgendwo in einem verschlafenen Rhön-Dorf – in einem nagelneuen Studio namens “Hallgarten” aufnahmen. Leider kamen Drummer Dieter und Bassist Rainer überhaupt nicht zurecht mit den Basic-Tracks und als wir Melodiker nach Stunden angerufen wurden “Ihr könnt jetzt kommen”, war die Laune des Produzententeams auf dem absoluten Tiefstpunkt. Der Studioinhaber war total sauer und gab schließlich Bernward und mir nur noch Minuten zum Einspielen.

Beide Tracks (“Kawa Kenny Quick” und “Naivchen Müller“) erschienen aber kurz darauf auf dem Sampler ,Neue Deutsche Welle` von Achim Reichel, der viel im Rundfunk gespielt wurde.

Überhaupt: Wir arbeiteten mit dem Management der Ramblers, Bernward lernte dort in Hagen die junge Nena kennen und schwärmte sie an – es lag etwas Großes in der Luft...

 

Hier eine Radiovorstellung 1981 beim Hessischen Rundfunk – noch ganz die alte Redaktionskultur mit Moderations-Manuskript und vielen gut recherchierten Insider-Informatonen. Immerhin absolvierte ich genau zu dieser Zeit gerade ein Volontariatspraktikum beim Hessischen Rundfunk und stand für Interna zur Verfügung...

Herzlichen Glückwunsch zur Psychose Geschrieben, um, wie es Bernward immer wünschte, eine möglichst bizarre Textaussage zu haben. Die schrägste Tonart, die ich dazu kannte, war Gis-Dur, also begann der Song damit. Der Text war an sich höchst depressiv, aber irgendwie wollte ich meine damalige Situation ganz plakativ ausdrücken – zwischen fast fertigem Studium, immer wieder neuen Liebschaften und irgendwie überhaupt keine Vorstellung, was wohl noch alles kommen würde.

Dieser Song wurde in London aufgenommen und später von Bernward als Titelsong der ersten EP bei der EMI in Köln erneuert. Da war schon Gitarrist Heiner Lürig mit dabei, der kurz darauf zu Heinz Rudolf Kunze wechseln sollte. Beide besuchten mich 1983 in Bonn und Heiner lobte ausdrücklich den ,genialen Song mit der Psychose` und sagte: „So was muss man erst mal schreiben können“. Bin mir bis heute noch nicht ganz sicher, was er damit wirklich sagen wollte...

Info der "Bernward Bieder Bande" 1981