Equipment: Gitarren, Amps und Effekte...

Vergangenheit...

Womit alles begann: Die erste Höfner-Wandergitarre (No. 487, Baujahr ca. 1960), als Geschenk bekommen von Vetter Leonhard aus Amberg zu Weihnachten 1964 – und im April 1965, nach bereits diversen Unterrichtsstunden bei dem ehrwürdigen Herrn Peter Haufe in Bonn in der Rheindorfer Straße, konnte ich A-Moll greifen und zumindest den Anfang von "House Of The Rising Sun" spielen. Was war ich stolz...:)

Und wie lernte man eigentlich? Alles hören, was im Radio kam (war nicht viel Interessantes...), alles sehen, was im Fernsehen kam (war noch weniger...) und ansonsten Noten lernen. Um dann im Unterricht Klassik zu erarbeiten ("Bässe kräftiger!"), in kleinen Schulwerken selber Zupfmuster auszuarbeiten ("Volkstümlich") und eigene erste Liebes-Texte dazu zu schreiben, oder um in Hit-Heftchen die großen Hits wie "Dandy" zu durchdringen – wobei da die Transkription einen wahrlich oft im Unklaren ließ.

Die erste Elektro-Gitarre: Höfner  173

Baujahr 1964,  gekauft im September 1967 –  unverändert belassen. Der Korpus war nicht lackiert, sondern mit weißem Kroko-Plastik bezogen und mit schwarzen Kunstleder-Streifen umfasst – nix recycelbar oder Bio! Aber: Der Einstieg in die Welt der Elektro-Gitarren!

Unser allererste Verstärker: Ein Dynacord, aus dem wir gnadenlos alles herausholten, was drin war: 2 Gitarren, 1 Mikro – und alles voll aufgedreht! BEAT-Sound vom  – gefühlt – Feinsten ;)

Kurz darauf, erstanden gebraucht am 29.12.1967 für einen Barpreis von 400,- DM, kam ein viel größerer und vor allem lauterer HOHNER-Orgaphon 25 MH Verstärker mit einem "riesigen" 30cm Breitband-Lautsprecher und EL 84-Röhren. Aber noch immer mussten wir lästigerweise alle Gitarrenkabel umlöten auf die deutschen DIN-Stecker, weil hier deutsche Normbuchsen eingebaut waren. Aber es gab Hall und Vibrato – z.B. für "Crimson & Clover"! Überhaupt waren da erstaunlich viele Kanäle und Knöpfe aller Art – von jetzt ab war dieses Monster unsere Verstärker-Allzweckwaffe für alle Gelegenheiten und Örtlichkeiten! Vorne an den Bühnenrand gestellt – und der Saal kochte!

Mittlerweile wird der Verstärker im Netz als "German Vintage Jewel" gehandelt – naja, sooo begeistert waren wir damals nicht: Es fehlte etwas der Druck und diese Sound-Konturbildung, die die großen Gruppen auf ihren Platten hatten. Wie machen die das nur, haben wir uns immer gefragt...


Bei "Top Hole"  ab 1969 kurzer Ausflug in die Bassisten-Welt:

GIMA Bass, Baujahr ca. 1965, gespielt von  1969 - 1970 – mit zwei Filtron-ähnlichen PickUps. Schöner, klarer Ton, der sich gut durchsetzte – aber eine Saitenlage, die sich nicht in Millimeter, sondern schon fast in Zentimeter messen ließ...!

Als Bassanlage diente diese Echolette-Kombination, bei der allerdings sehr schnell die Endstufenröhren an Leistung verloren und immer wieder ausgetauscht werden mussten. Weiß bis heute nicht, warum die nie länger als drei Monate hielten...

Aber mit anderer Box war der BS40 mit seinen zwei EL 34-Röhren überraschenderweise auch ein höchst brauchbarer Gitarrenverstärker, der dann viel genutzt wurde!

Hoyer Les Paul,  Baujahr 1969, gespielt von 1970 – 1971;  unverändert belassen. Diese Gitarre hatte, im Gegernsatz zur Höfner und den meisten anderen typischen Beatgitarren, endlich eine wirklich beeindruckend gute Saitenlage. Klang trotz großem Gewicht etwas dünn, aber war ein großer Schritt nach vorne! Doch dann brach im Oktober 1971 oben die Halsplatte, wie so oft bei solchen Gitarren. Sie wurde zwar sofort fachmännisch vom Bonner Geigenbauer Elbin in der Mozartstraße akkurat geflickt, aber meine Beziehung zu ihr war angeknackst – schon Tage später verkaufte ich sie, weil Platz und Geld gebraucht wurde für ein neues Modell – der Firma Gibson aus den USA...

Aktuell

Jetzt also der Quantensprung ins Profi-Klanguniversum: Am Samstag, den 26. November 1971, bei Alfred Koutny am Alter Markt in Köln eine neue E-Gitarre gekauft: "Hier, Jung, nimm die – ist zwar schon alt, tut´s aber noch!".

Eine Gibson SG Standard Bauj. 1969, wie neu und praktisch unbenutzt. Preis: 1.700,-DM, abzuzahlen in endlosen monatlichen 70,- Raten.

Aber was für ein Sound: Habe selten wieder solch ein Glücksgefühl erlebt wie damals, als ich in einem spontanen kleinen Konzert noch am gleichen Nachmittag die SG erstmalig anschloss – und sie hörte, sie fühlte, und sie spielte & spielte. Plötzlich wusste ich: SOOO machen es also die Großen...

 

Dazu gleich in der nächsten Woche – per abenteuerlicher Trampfahrt in Amsterdam organisiert – ein CLEAN CITY P.A. 200 140W Gitarren-Verstärker (All-Tubes: 3x ECC 83 + 4x EL 34, 595,- Gulden) plus einer CLEAN CITY 4x12 (Celestion G 12H, 799,- Gulden) Gitarrenbox. Sah alles ziemlich handgemacht aus, war aber höchst stabil – und plötzlich klang jeder Ton laut und super!!

(Historisch nicht ganz korrekte) Infos zu "Clean-City" aus dem Netz (2003):

Voor de oudere jongeren onder ons wie kent deze roemruchte nederlandse merken nog. London City is verre weg de bekendste die mooie gitaar versterkers en 4 x 12" kast eronder en liever 2 (de toren dus) koste in 1971 precies 3200 gulden met echte Celestion G12 H luidsprekers (greenbacks dus!)
De Power City werd verkocht door Muziekhandel Sacksioni op de Ruysdealkade
in Amsterdam en om de volgende merken gaat het mij:
Clean City, en de latere naam met de komst van de nieuwe lijn Super City die
door de Firma v. Kessel gebouwd werden in de v. Ostadestraat 66hs te Amsterdam.

 

 Die offizielle Preisliste vom Sommer 1971. Im MusikExpress waren kleine Anzeigen geschaltet, die auf diese Verstärker und die zugehörigen Boxen mit ihren auffällig billigen Beträgen hinwiesen. Holländische Gulden waren damals nochmals deutlich günstiger als deutsche DM, insofern waren es also wirklich gute Preise im Vergleich zu den englischen Originalen a la Marshall, Laney oder Hiwatt.

Allerdings war der Laden geschlossen, als wir hinkamen und daher musste eine Nacht in Amsterdam verbracht werden. Ohne Geld und überhaupt. Am Hauptbahnfhof zwischen all den Freaks und Hippie-Touristen war nur Platz, bis einen die Polizei verscheuchte. Um 9:00 machte endlich der Shop auf – und dann ging es mit diesen riesigen (und sehr schweren) Teilen im Gepäck auf den langen, langen Tramper-Weg zurück ins heimische Bonn...

Ein aktuelles Video-Portrait der SG Standard, rund 50 Jahre später...:

Viele Jahre lang (und als Hauptinstrument bei "Club 46") hatte ich als Zweit- und Sondersound-Gitarre eine Fender Duosonic, PreCBS Baujahr 1962. 1976 für nur 200,- gekauft, musste aber auch grundlegend saniert und wieder spielfertig gemacht werden. Das ursprüngliche Eierschalenweiß beizte ich bald weg und lackierte sie mit Klarlack, dann später in Blau, wo sie dann auch noch silberne Glitzersterne bekam – bis ich sie dann an Tochter Donata weitergab, die sie dann wieder in Vintage-Weiß neu aufblühen ließ und sowohl live als auch bei einigen Videoclips einsetzte.


Eine Zeit lang war eine "Valley Arts Custom Pro" (?), vermittelt durch Carol Knauber und seinen damaligen Kölner Gitarrenladen, im aktiven Geschehen – speziell beispielsweise beim Projekt "Jazz meets Flamenco" von Udo Kamjunke


Immer gehört aber auch eine Konzertgitarre dazu (steht jederzeit griffbereit neben dem Sofa...): Anfangs – als Hauptinstrument für den Musikhochschul-Betrieb – eine Ramirez I A, die in den 70ern mit 3.500,- DM unfassbar teuer war, aber mir nie so recht behagte. Kurz darauf ersetzt durch eine gerade mal 600,- DM kostende Shiro AC 30F, die ich bis heute innig liebe, pflege – und spiele, etwa bei den Jamflix-Tutorials:

Aktuelle Gitarren:

  • Gibson Les Paul Standard (Collecor´s Choice #1 Melvyn Franks)
  • Gibson Firebird V
  • Danelectro Dead on ´67
  • Danelectro 12string
  • Martin D 28 (Baujahr 1970)
  • Düsenberg LapSteel "Fairytale"
  • Traveler Guitar "Speedster" (Wine Red)

Weitere Infos dazu auch in den jeweiligen Jamflix-Folgen "Meine Lieblingsgitarren"...

 


Kurzfristig 1973 umgestiegen mit der gesamten Band auf KUSTOM-Amps: Gepolstert, voll transistorisiert, lebenslange Garantie und 10.000 Knöpfe – aber ein Sound zum Davonlaufen: Nach einigen Monaten wieder alles abgestoßen...

Über diverse Umwege kam irgendwann um 1974 ein LANEY "Supergroup Mk. II" 50 Watt-Amp ins Spiel – in Hamburg gebraucht erstanden, dort – so die Verkäufer mir erzählten – von einem Tony Iommi und seiner Band "Earth" in Zahlung gegeben. Kannte ich nicht...

Dieser Amp, wieder mit ECC83 und 2x EL 34 in der Endstufe zusammen mit einer 4x12 LANEY-Box (mit Goodman-Speaker), war von nun ab die Grundlage für einen amtlichen Sound!

Der offizielle Katalog-Text zum "LA 50 BL" Amp


Eine Zeit lang wurde der Laney per Adapter (TAD Class-A Converter PEN-Tone)  von 50 Watt (2 x EL 34) auf knapp 15 Watt (2 x EL 84) herunter konvertiert – und machte sich damit gut bei Proben und kleinen Gigs.

 

Ist ja schon wahr: Alles darf man heute als Gitarrist machen und tun, nur nicht LAUT sein...;)

Seit 2010 ist der Hauptamp jetzt ein früher Komet 60, Baujahr ca. 2002 mit Serien-Nummer 050 – schlichtweg der vermutlich neutralste und best agierenste Verstärker, den man sich vorstellen kann. Auch hier wieder 3x ECC 83 und 2x EL 34 als Röhrensatz mit einem Höchst-Qualitätsanspruch in Material und Fertigung. Nicht billig, aber definitiv eine Anschaffung fürs Leben.

 

Anschalten – und immer wieder verblüfft sein, wie wuchtig, gleichzeitig absolut sensibel und mit wie viel Headroom eine vestärkte Gitarre klingen kann :))


 Als Boxen kommen – je nach Größe des Raums und den Anforderungen – ins Spiel:

  • Marshall 1960A von 1978
  • TubeTown Cabinett TTC 2x12 American Custom Shop
  • TTC American Custom Shop  1 x12 – beide jeweils mit Celestion G12M-65 Creamback 12"
  • Fender SC112 Enclosure mit Celestion G12P-80

Und für Probe, Studio und TV beginnt sich seit Februar 2019 einen guten Namen zu machen:

Birdsong "Kestrel", aufgepeppt mit 10´ "Gold" Celestion-Speaker


Um Druck und Crunch zu bekommen, nutzte ich seit 1970 eine Zeitlang (u.a. von Michael Schenker abgeguckt) ein konstant in Mittelstellung angeschaltetes WahWah-Pedal zur Sound-Verbesserung. Dann fiel mir durch Zufall 1973 beim ORANGE-Vertrieb (München) auf der Frankfurter Musikmesse ein kleiner Übungsverstärker auf (nachempfunden dem amerikanischen PIGNOSE), den ich ab dann als Vorverstärker nutzte. Kleines Teil, der aber für einen mächtigen Klang sorgte. Und das, ohne dass der Verstärker immer – viel zu laut – aufgerissen werden musste!

Längst hat heute ein hoch professionelles Effektgerät den sensiblen Overdrive-Job – hervorragend! – übernommen: Ein RED SECRET Pro der Firma Secret Audio

Handgefertigt und nicht zuletzt nach meinen Anregungen erstellt und gebaut: Super Job von Stefan Höger!

Und für den räumlichen Wohlfühlklang sorgte viele Jahre ab 1970 ein WEM-Copicat, das ich bis 2015 nutzte. Dann wurde es digital ersetzt – ich vermisse es schmerzlich, aber das Handling ist deutlich leichter geworden.

Die Effekte heute (v.r.n.l.): (Stimmgerät) WahWah, Tremolo, Booster, Federhall, Echo und Echoplex-Preamp als Ersatz für die Copicat-Vorstufe. Ein Sound- und Tool-Arsenal, das einiges hergibt!

Und ohne gute Hüllen sollte man nicht in diese raue Welt gehen...: Die besten kommen von Christian Brummer und "Covers For All"!

Super stabil, absolut passgenau und ein sicherer Schutz für das geliebte Gerät :)

Last, but not least: Die kleinen Dinge, ohne die im Alltag nichts geht...

  • Strings Earnie Ball "Hybrid" 009 – 046
  • Plectrum Jim Dunlop 0.73mm