Bad Love
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler b/v, Michael Jacobi dr, Marion und Ruth backing vocals.
Diese Band – Vorläufer von Twilight – spielte vor allem in den Jugendheimen von Bad Honnef, Siegburg und Umgebung und hatte speziell einen legendären Auftritt, als Bad Love als Vorgruppe von
Grobschnitt spielen sollte. Kurzfristig sagte dieser Hauptact allerdings ab – und Bad Love rockte den Abend… Die Mädels kreischten und die Band hob ab, war klasse!!
1975 Twilight Mk I
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler b/v, Uli Hülder keys, Roland Glässer dr. Diese Formation spielte im November 1975 in den Londoner Decibel Studios Material für eine LP ein: “Day
and Night” (Blues-Rock). Die Veröffentlichung war dann aber erst 2000. Ursprünglich wurde davon 1976 nur eine Single veröffentlicht: "Country Waltz (Let Me Be Your Friend)" / "Last Night In
Verona"
1976 Twilight MK II
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler bass/v, Tom Nehm dr
1976 Twilight Mk III
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler b/v, Sibbi Siebert (von Winterkrieg und Jud´s Gallery, später Twelve Drummers Drumming) dr.
1977 – 78 Twilight Mk IV
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler b/v, Uli Hülder keys, Dave Martin dr. Zweite Single-Veröffentlichung: “As A Kid” / "Leavin´ In The Morning (neue Version)".
Und die Setlisten für die Gigs schrieben wir noch schnell vor dem Auftritt auf einen Bierdeckel...
Über 25 Jahre später erschienen die Aufnahmen der Londoner Session in kompletter Form. Nur unser Reggae-Versuch "As A Kid" durfte – weder in der 1. noch in der 2. Version – nicht mit drauf – zu poppig...
Aus dem Klappentext der CD:
Die 1975 in den feinen Londoner Decibel-Studios aufgenommenen Stücke sollten als LP erst bei der EMI, dann auf New Blood erscheinen und hätten dort zum Besten gehört, blieben dann aber doch
unveröffentlicht.
Die Musikstudenten aus Bonn unternehmen einen Streifzug durch die Stilrichtungen: vom Titelstück “Twilight – day and night”, einem psychedelischen Meisterwerk nach Art von Pink Floyd, über
das harte “Rock ’n’ roll chillun” und den Blues “Stranger in your town” bis hin zum etwas seicht geratenen “Last night in Verona” merkt man, daß sie wirklich was können. 1975 in den feinen
Londoner Decibel-Studios aufgenommen, wurde dann doch nichts aus der vorgesehenen Veröffentlichung dieser Stücke als LP. Es erschienen lediglich zwei Twilight-Singles auf New Blood. Im Nachlaß
dieses Labels, den ein Sammler erworben hatte, stieß man auf die Spur zu der Gruppe, die das Mutterband bis heute sorgfältig verwahrt hatte.
Ein Glücksfall. Gitarrist und Sänger Volkmar Kramarz spielte übrigens danach gelegentlich auch bei Arktis und übernahm später diverse Sendereihen beim WDR.
Erschöpft, aber glücklich nach den letzten Tönen der Aufnahmen in den Decibel Studios:
hintere Reihe: Roland Glässer, Uli Hülder, Jürgen Bieler, Volkmar Kramarz
vorne: (Studio-Helfer), Chris Button, Rolf Limbach
In unserem Hotel sah man uns bewundernd an: "Oh, You are recording in the Decibel Studios...!"
Wir hatten ja keine Ahnung, dass dieses Tonstudio gerade erst, zwei Jahre nach seiner Gründung, frisch von 4 auf 16 Spuren hochgerüstet worden war und damit eines der moderneren Studios der Stadt wurde (das man frei von außen buchen konnte). Und wer sonst noch in dieser Zeit dort aufnahm, mixte und produzierte? Nun, u.a. ELO, Wings und 1977 die Sex Pistols. Gesehen haben wir aber keinen von ihnen...
Infos zum Studio: "Decibel Studios was an independent recording studio founded in Stoke Newington, London in 1973 by David Sanger Kildare and Martyn Halsey. Originally a 4 track demo studio and rehearsal room, it was very quickly upgraded to a professional 16 track with new partners Xanadu (Barrie, Claire and Don Morrisson, Chris Button and Wayne Anderson) replacing Martyn Halsey. Decibel eventually changed ownership in 1980 and was managed by Graeme Holdaway who later founded the Beat Factory with Marijke Bergkamp in Euston Road (Central London)
4 track studio: Stoke Newington (London) (1973-1974)
Decibel’s 4 track studio and rehearsal rooms opened in 1973 equipped with a Decca mixing console and 4 track Ampex recording equipment bought from Tin Pan Alley Studios in Denmark Street credited to have been used on The Rolling Stones “Let It bleed” album. Monitoring with Turner amplification and JBL speakers. Located on the ground floor of 11 Stamford Hill, Stoke Newington, Decibel’s clients included Ian Drury and Chas Jankel (Kilburn and the High Roads), Sam Apple Pie, The Seekers, and Sally Oldfield amongst others and very soon became popular with the local reggae community including ASWAD, Black Slate, Dennis Alcapone, Dennis Brown, Delroy Wilson, Honeyboy and Judge Dread.
8/16 track studio: (1975-1977)
A professional upgrade to 16 track Ampex, convertible to 8 track, 2 track Ampex for mix-downs and a specially designed Allen & Heath 24 channel mixer, along with vari-speed Revoxes, EMT plate, Audio & Design F760X-RS ‘Compex’ Limiter and Eventide clock works phaser. Monitoring with Crown Amplification driving Tannoy Mansfields. Decibel’s client’s included The Sex Pistols, Wings, ELO and Marc Bolan who recorded 4 tracks for “Dandy in the Underworld” including his last single “I Love to Boogie”."
Kommentare zu den einzelnen Stücken:
Day And Night war unsere großartige Instrumental-Sinfonie, mit der wir jeden Live-Gig einleiteten. WEM CopyCat auf Taste 3 geschaltet, oben auf den Kopf der Gitarre geklopft, viele Flageoletts gezupft und dazu verspieltes Fender Rhodes-Piano – die Mixtur zu einem echt psychedelischen Instrumental der 70er...
Leavin´ In The Morning Immerhin war es der Blues mit all seinen melancholischen Stimmungen, der von Anfang an für die eigentliche Motivation sorgte – und nach intensivem Studium
von Zeppelin&Co sollte es schon etwas Besonderes sein: Komplizierte Akkorde, gesprochenes Intro, Backwards-Guitar, abgefahrene Riffs plus heißem Solo. Und im Outro huldigte ich dem
großen Meister Paul Kossoff von The Free.
As A Kid, hier die Version mit unserem englischen Drummer Dave als Sänger: Diesen Song hatten wir bereits in London eingespielt, und er war eigentlich unser heimlicher Favorit.
Ein Jahr später produzierten wir ihn erneut. Allerdings gefiel mein Amateur-Gesang dem Produzenten überhaupt nicht (schlechte Englisch-Aussprache!?), also schoben wir kurzerhand unseren neuen
Drummer Dave Martin vors Mikrophon. Er kam immerhin aus England, hatte schon mal mit Tim Hardin gearbeitet und wirkte auf uns irgendwie sehr professionell.
Beim Solo bastelte ich unendlich komplizierte Tonfolgen zusammen, bis unser Produzent was von „Mehr total relaxed!“ murmelte. Dazu konnte ich nur angedeutete Santana-Zitate anbieten, die aber als gerade richtig bejubelt wurden.
Dazwischen brizzelte eine Rhythmusgitarre über einen Extrem-Phaser und sollte für Space-Sounds sorgen. Spacy war auch der Produzent: Nach dem vierten Joint rutschte er erst aufs Mischpult, dann
darunter und schließlich fiel er in der hintersten Studioecke in einem komaähnlichen Schlaf. Wir haben dann alles alleine gemacht und nie wieder von ihm gehört…
Ships Sailing On Sea Dieses Stück war unsere bewährte Live-Nummer für ,mitten drin`, weil sie wunderbare Improvisationsmöglichkeiten enthielt. Aber sie war auch ziemlich
vertrackt – und daher kam sie nie wirklich im Studio aufs Band. Erst als sich Jürgen Bieler und Ulli Hülder nochmals mehr oder weniger spontan angesichts der anstehenden Veröffentlichung 2000 bei
mir im Studio noch einmal zusammenfanden, haben wir diesen Song endlich aufgenommen. Ging schnell und flott – immerhin kannten wir das Stück jetzt schon über 25 Jahre.
Und damit der Gesang wirklich angemessen professionell rüberkommt, bat ich Roland de Voltaire ans Mikro, der das dann souverän-routiniert präsentierte. Und die Drums programmierte Robin Fuhrmann,
der Sohn von Hellmuth Fuhrmann (Richie Tink) – klang wie echt, wir waren tief beeindruckt! Danke, Roland und Robin!!
Country Waltz Wenn Twilight überhaupt jemals den Hauch einer Chance auf einen Hit gehabt hat, dann mit diesem Song: Das Riff ist angelehnt an „All Right Now“ von The Free, der
Dreier-Takt sollte Country darstellen (wieso eigentlich, frage ich mich heute noch…) und der modulierende Zwischenteil in A-Dur verbeugt sich natürlich vor Page und Plant. Die Gitarre ist nur
über einen winzigen, weißen Übungsverstärker namens „MINIX“ eingespielt. Geiler Sound damals, unglaublich direktes Gefühl zwischen Saiten und Sound. Wer immer ihn mir später auf einer Tour
irgendwo hinter Kassel geklaut hat, soll sich schämen (und ihn mir bitte, bitte wieder geben – zumindest das Innenleben mit Platine!!). Der Song war auf jeden Fall über lange Jahre ein bewährter
Bühnen-Gassenhauer – und auf meinen damaligen Gesang & Text bin ich bis heute ziemlich stolz…!
Für den BonnBuchVerlag hat Volkmar Kramarz historische Aufnahmen von Beuel aufgestöbert, gesichtet und zu einem wundervollen Bildband zusammengestellt.
"Peaceful Guitar"
Volkmar Kramarz ist Tutor bei diversen Kursen von Jamflix
Volkmar Kramarz ist Gitarrist bei
