Bad Love  1974 – 1975 / Twilight   1975 – 1978

Bad Love

Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler bass/v, Michael Jacobi drums, Marion und Ruth backing vocals.
Diese Band – Vorläufer von Twilight – spielte vor allem in den Jugendheimen von Bad Honnef, Siegburg und Umgebung und hatte speziell einen legendären Auftritt, als Bad Love als Vorgruppe von Grobschnitt spielen sollte. Kurzfristig sagte dieser Hauptact allerdings ab – und Bad Love rockte den Abend… Die Mädels kreischten und die Band hob ab, war klasse!!

Twilight Mk I
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler bass/v, Uli Hülder keyboards, Roland Glässer drums. Diese Formation spielte Dezember 1975 in London eine LP ein “Day and Night” (Blues-Rock). Veröffentlichung war dann aber erst 2000. Ursprünglich wurde 1976 nur eine Single verögffentlicht: "Country Waltz (Let Me Be Your Friend)"

1976 Twilight MK II
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler bass/v, Tom Nehm drums

1976 Twilight Mk III
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler bass/v, Sibbi Siebert (von Winterkrieg und Jud´s Gallery, später Twelve Drummers Drumming) drums

 1977 – 78 Twilight Mk IV
Volkmar Kramarz git/v, Jürgen “Lumpi” Bieler bass/v, Uli Hülder keyboards, Dave Martin drums (Blues-Rock). Zweite Single-Veröffentlichung: “As a Kid”

Viel später erschienen die Aufnahmen der Londoner Session aus 1975 in kompletter Form – nur unser Reggae-Versuch "As A Kid" durfte nicht mit drauf – zu poppig...

 

Aus dem Klappentext der CD:

Die 1975 in den feinen Londoner Decibel-Studios aufgenommenen Stücke sollten als LP erst bei der EMI, dann auf New Blood erscheinen und hätten dort zum Besten gehört, blieben dann aber doch unveröffentlicht.
Die Musikstudenten aus Bonn unternehmen einen Streifzug durch die Stilrichtungen: vom Titelstück “Twilight – day and night”, einem psychedelischen Meisterwerk nach Art von Pink Floyd, über das harte “Rock ’n’ roll chillun” und den Blues “Stranger in your town” bis hin zum etwas seicht geratenen “Last night in Verona” merkt man, daß sie wirklich was können. 1975 in den feinen Londoner Decibel-Studios aufgenommen, wurde dann doch nichts aus der vorgesehenen Veröffentlichung dieser Stücke als LP. Es erschienen lediglich zwei Twilight-Singles auf New Blood. Im Nachlaß dieses Labels, den ein Sammler erworben hatte, stieß man auf die Spur zu der Gruppe, die das Mutterband bis heute sorgfältig verwahrt hatte.

Ein Glücksfall. Gitarrist und Sänger Volkmar Kramarz spielte übrigens danach gelegentlich auch bei Arktis und übernahm später diverse Sendereihen beim WDR.

Kommentare zu den einzelnen Stücken:

 

Day And Night war unsere großartige Instrumental-Sinfonie, mit der wir jeden Live-Gig einleiteten. WEM CopyCat auf Stufe 3 geschaltet, oben auf den Kopf der Gitarre geklopft, viele Flageoletts gezupft und dazu verspieltes Fender Rhodes-Piano – die Mixtur zu einem echt psychedelischen Instrumental der 70er...

 

Leavin´ In The Morning Immerhin war es der Blues mit all seinen melancholischen Stimmungen, der von Anfang an für die eigentliche Motivation sorgte – und nach intensivem Studium von Zeppelin&Co sollte es schon etwas Besonderes sein: Komplizierte Akkorde, gesprochenes Intro, Backwards-Guitar, abgefahrene Riffs plus heißem Solo. Und im Outro huldigten wir dem großen Meister Paul Kossoff von The Free...

As a kid, hier die Version mit unserem englischen Drummer Dave als Sänger: Diesen Song hatten wir bereits in London eingespielt, und er war eigentlich unser heimlicher Favorit. Ein Jahr später produzierten wir ihn erneut. Allerdings gefiel mein Amateur-Gesang dem Produzenten überhaupt nicht (schlechte Englisch-Aussprache!?), also schoben wir kurzerhand unseren neuen Drummer Dave Martin vors Mikrophon. Er kam immerhin aus England, hatte schon mal mit Tim Hardin gearbeitet und wirkte auf uns irgendwie sehr professionell.

Beim Solo bastelte ich unendlich komplizierte Tonfolgen zusammen, bis unser Produzent was von „Mehr total relaxed!“ murmelte. Dazu konnte ich nur angedeutete Santana-Zitate anbieten, die aber als gerade richtig bejubelt wurden.

Dazwischen brizzelte eine Rhythmusgitarre über einen Extrem-Phaser und sollte für Space-Sounds sorgen. Spacy war auch der Produzent: Nach dem vierten Joint rutschte er erst aufs Mischpult, dann darunter und schließlich fiel er in der hintersten Studioecke in einem komaähnlichen Schlaf. Wir haben dann alles alleine gemacht und nie wieder von ihm gehört…

Ships sailing on Sea Dieses Stück war unsere bewährte Live-Nummer für ,mitten drin`, weil sie wunderbare Improvisationsmöglichkeiten enthielt. Aber sie war auch ziemlich vertrackt – und daher kam sie nie wirklich im Studio aufs Band. Erst als sich Jürgen Bieler und Ulli Hülder nochmals mehr oder weniger spontan angesichts der anstehenden Veröffentlichung 2000 bei mir im Studio noch einmal zusammenfanden, haben wir diesen Song endlich aufgenommen. Ging schnell und flott – immerhin kannten wir das Stück jetzt schon über 25 Jahre.

Und damit der Gesang wirklich angemessen professionell rüberkommt, bat ich Roland de Voltaire ans Mikro, der das dann souverän-routiniert präsentierte. Wir waren tief beeindruckt! Danke, Roland!!

Country Waltz Wenn Twilight überhaupt jemals den Hauch einer Chance auf einen Hit gehabt hat, dann mit diesem Song: Das Riff ist angelehnt an „All right now“, der Dreier-Takt sollte Country darstellen (wieso eigentlich, frage ich mich heute noch…) und der modulierende Zwischenteil in A-Dur verbeugt sich natürlich vor Page und Plant. Gitarre ist nur über einen winzigen, weißen Übungsverstärker namens „MINIX“ eingespielt. Geiler Sound damals, unglaublich direktes Gefühl zwischen Saiten und Sound. Wer immer ihn mir später auf einer Tour irgendwo hinter Kassel geklaut hat, soll sich schämen (und ihn mir bitte, bitte wieder geben – zumindest das Innenleben mit Platine!!). Der Song war auf jeden Fall über lange Jahre ein bewährter Bühnen-Gassenhauer – und auf meinen damaligen Gesang&Text bin ich bis heute ziemlich stolz…!